Tipps für die Jahreszeit

Sommer und Feinstaub

Feinstaub ist ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt – jedoch anders, als man denkt. Sind beispielsweise in stark betroffenen Städten Fahrverbote für Diesel-Autos im Gespräch oder generelle Aufrufe, das Auto stehen zu lassen, ist die Aufregung schnell groß. Davon abgesehen ist Feinstaub als Problem für die Gesundheit bei den meisten Menschen gar nicht so präsent. Dabei ist er ein nicht zu unterschätzendes Problem, das durchaus zur Verkürzung der Lebenszeit beitragen kann. Das Risiko für Lungenkrankheiten, Kreislauferkrankungen, Herzinfarkte  oder auch Krebserkrankungen steigt durch den Feinstaub. An den Folgen, die Feinstaub im Körper auf lange Sicht hat, stirbt jährlich eine Vielzahl an Menschen.

Doch was ist Feinstaub überhaupt? Grundsätzlich handelt es sich um winzige Partikel in der Luft, zu denen auch Meersalze, Pollen und Ruß-Partikel zählen. Nicht alle sind gefährlich, es befinden sich jedoch durchaus giftige Stoffe darunter. Wir nehmen Feinstaub nicht wahr, da man ihn weder sehen noch riechen kann, und atmen ihn bei jedem Atemzug ein. Gelangt der Feinstaub bis in die Lunge, löst er dort ähnliche schwarze Verfärbungen aus wie bei starkem Rauchen – und ist ähnlich gefährlich. Daher wurde von der EU ein Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) festgelegt, der im gesamten Jahr an höchstens 35 Tagen überschritten werden darf. Bisher wird dieser Wert von einigen Regionen jedoch weit häufiger überschritten. Dabei geht es nicht nur um Großstädte, sondern auch um ländliche Gegenden, gerade Landwirtschaft ist ein großer Faktor bei der Entstehung von Feinstaub.

Die Belastung der Luft mit Feinstaub kann also auf dem Land genauso groß sein wie in der Großstadt. Größer ist der Unterschied zwischen Sommer und Winter. Im Winter wird geheizt, was die Menge an Feinstaub erhöht. Auch Kamine, Holzöfen und Kerzen gehören zu den Feinstaub-Quellen und sind im Winter deutlich präsenter als im Sommer.

Das hängt auch mit dem Wetter zusammen. Im Winter gibt es häufig die sogenannten Inversions-Wetterlagen. Darunter versteht man, dass die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren. Dadurch gibt es weniger Luftzirkulation, die Luft in den tieferen Schichten wird nicht ausgetauscht und Schadstoffe können sich besser sammeln. Auf diese Art sind Inversionswetterlagen auch ein Auslöser für Smog.

Im Sommer verhält es sich mit dem Wetter anders: Durch mehr Sonnenschein wärmt sich der Boden auf und gibt die Wärme an die unteren Luftschichten ab. Diese erwärmte Luft steigt auf, während kältere Luft aus den oberen Schichten nach unten fließt und die Luft so zirkuliert. Auf diese Art sammeln sich im Sommer weniger Schadstoffe, also auch weniger Feinstaub.

Bedeutet das also, dass die Gefahr durch Feinstaub nur von Oktober bis April ein Problem darstellt und im Sommer getrost vergessen werden kann? Nein, denn es werden zwar die Grenzwerte nicht so leicht durchbrochen wie im Winter, es befindet sich aber noch immer Feinstaub in der Luft und auch in den Innenräumen. In Büro und Haushalt gibt es ebenfalls Feinstaub-Quellen, dies kann so weit gehen, dass die Belastung in den Innenräumen höher ist als draußen. Da im Sommer die Feinstaubbelastung draußen nicht so hoch ist wie im Winter, passiert es noch schneller, dass die Konzentration innen höher ist als außen.

Zu den Feinstaubquellen in Innenräumen zählen, abgesehen von Heizungen und Kaminen, auch Tabakrauch, Kerzen, Laserdrucker und Kopierer. Damit die Belastung für die Gesundheit sinkt, kann man nur versuchen, die Menge an Feinstaub in der Luft zu senken. Dazu dient zum Beispiel ausgiebiges Stoßlüften. Für kurze Zeit öffnet man das Fenster komplett. Damit die Luft in der Wohnung effektiv getauscht wird, kann auch ein kurzer Durchzug sinnvoll sein.

Ein weiterer Punkt ist das Putzen in der Wohnung: Wird Staub mit trockenen Tüchern von Oberflächen entfernt, wirbelt man ihn zu einem Teil wieder auf, vor allem kleine Partikel. Auch Fegen wirbelt vor allem die kleinsten Partikel auf, die wir gar nicht sehen. Besser ist es also, Staub mit feuchten Tüchern abzuwischen und Böden zu wischen statt zu fegen. Staubsauer mit Beutel halten den Staub auch deutlich besser als solche ohne Beutel, zudem wird bei der Leerung von beutellosen Staubsaugern auch wieder Staub an die Luft abgegeben. Um den Staub zu binden, eignet sich Teppich besser als Holzfußböden. Auch Verzicht auf Tabakrauch in der Wohnung senkt die Feinstaubbelastung in den Innenräumen.